Kosár gomb ikonKosár
Kurt Benning

Burgtreswitzmensch

Kurt Benning - Burgtreswitzmensch, München 2008 antikvár könyv
szürke csillagszürke csillagszürke csillagszürke csillagszürke csillag

(0 vélemény)

Antikvár könyv

1 500 Ft

3 000 Ft

50%
lefelé tartó nyíl, további leírás bezárása

Állapot

Készleten

Központi raktár

százalék ikon

Borítói elszíneződtek, néhol foltosak.

hűségpont ikon

75

hűségpont

információs ikon

Hogy működik az alku?

Diese Publikation erscheint anläßlich der Austellung Kurt Benning "Nachrichten von Gestern“ in der Rathausgalerie München 30. September bis 30. Oktober 2008. Auszug aus dem Katalog: Burgtreswitzmensch 1969 Eines Tages kam ich an ein altes Schloß, das ich schon als Kind gesehen habe. Dort lebte ein Mann mit seiner alten Mutter. Nachdem meine Besuche häufiger und regelmäßiger geworden waren, sah es so aus, als sollte ich der beiden Sohn werden. Eine zeitlang spielte ich mit dem Gedanken, mich in einem unbewohnten Trakt des Schlosses einzurichten. Daraus wurde aber nichts, weil ich als „Sohn“ zugleich in den Status eines Gefangenen geraten wäre. Ich erbot mich, im Haus Dienste aller Art zu verrichten. Es gab immer viele Dinge, die den Herrn des Hauses von seiner eigentlichen Tätigkeit abhielten, und für die Mutter zu beschwerlich waren. Ich war auch, weil es gewünscht wurde, dazu bereit, an die Decke des Hauptsaals das Wappen derer zu malen, die dereinst das Schloß besaßen. Das Wappen sollte auch ein Signum des in Ostpreußen verloren gegangenen Gutes enthalten. An den Abenden, und wann immer sich Gelegenheit dazu bot, hörte ich mir die Geschichten eines unausgesprochenen Lebens an. Dieses freiwillige Zuhören wurde nach einiger Zeit zur Unfreiwilligkeit, als ich merkte, daß sich mein Interesse der Notwendigkeit der Mitteilungen entzog. Die Interessantheit der Tragödien anderer ist von kurzer Dauer, wenn sie nicht in tätiger Nächstenliebe aufgeht, oder sich in anderer Form dem Andenken Unbeteiligter erhält. Ich hoffte auf eine Normalisierung dessen, was ich als Ausnahmezustand empfand, wußte aber erst später, daß dieses Leben lange schon zum permanenten Ausnahmezustand geworden war. Die Vormittage wurden größtenteils dazu verwendet, die Kontakte mit der Außenwelt aufrecht zu erhalten. In zahllosen Briefen kamen Anfragen aus aller Welt ins Haus, die alle mit ebenso vielen Briefen beantwortet werden mussten. In der Hauptsache ging es wohl darum, den Gedanken – und Informationsaustausch mit einer über die ganze Welt verstreuten Fachwelt zu pflegen, vor allem mit dem fernen Amerika. Die Mutter schrieb Märchen, die ihr manchmal vom Bayerischen Rundfunk abgekauft wurden. Alle diese Märchen, soweit ich sie zu lesen bekam, erinnerten mich an den Prinzen Yussuf und seine weit verzweigten Männerwahlverwandtschaften. Ein vollständig eingerichtetes Zimmer mit Blick nach Süden, über das Pfreimdtal hinweg, steht seit vielen Jahren leer. Erika hat hier wohl einmal übernachtet und am nächsten Vormittag fluchtartig das Weite gesucht, obgleich es ihr hier im Grunde gut gefallen hat. Früher in Berlin, als Ostpreußen noch nicht ganz verloren war, war man aufgehoben im Kreis einer Gesellschaft von Gleichen. Man hat sich dann später, aus welchen Gründen auch immer, hierher in diese kulturelle und landschaftliche Abgeschiedenheit zurückgezogen, wo das Vergangene stärker als anderswo in der Erinnerung lebt. Die vielen, vielen Bücher im Saal, die alle alt waren und die ich allesamt lesen wollte oder sollte, wurden stapelweise vor mir aufgebaut. Doch nie habe ich auch nur eines anders als flüchtig anschauen können. Ständig wurden neue Stapel herbei gebracht und mit ausschweifenden Erläuterungen begleitet. Am nächsten Tag waren immer alle Bücher wieder in den Regalen verschwunden. Mir schien im Nachhinein, daß ich den Inhalt all dieser Bücher ahnend erträumte: Es waren die beredten Zeugnisse aktiver Zeitgenossen, die in Romanen, Gedichten und anderen Stücken auch die Randerscheinungen festgehalten hatten, die ich jetzt statuarisch vor mir sah. Außer den Büchern gab´s nur noch eins, was auch in Massen vorhanden war: Flaschen, leer getrunkene Weinflaschen, die zu Hunderten abgelegene Gemächer bevölkerten, irreparable Räumlichkeiten und hohle Dachböden. Da die vielen Flaschen keinen Platz in Anspruch nahmen, der anderweitig hätte genutzt werden können, gab es auch keinen Grund, sie zu entfernen. Und weil immer nur Wein, niemals Bier getrunken wurde, entfiel auch der Rückgabezwang. Für Bierflaschen gab´s damals noch, – wie heute bereits wieder – das altbewährte Flaschenpfand, und die Einwegflasche war noch nicht erfunden worden. Gleichwohl fanden alle diese Flaschen ein vom Umweltschutz unbeschadetes Dasein. Mitten auf dem Land, erhöht, und von alten Mauern gut geschützt, lag eine Bombe, scheint mir, wenn ich an das Archiv denke, das in einer ehemaligen Speisekammer untergebracht war. Dort verstaubten Dokumente, von deren Brisanz die Öffentlichkeit nichts wusste. Aber die zum gegenwärtigen Zeitpunkt ausgesparte Mitte wird andernorts durchschritten werden. Die Kleidung des Hausherrn war normal, aber nicht modisch. Er trug ein unauffälliges Jackett von grauer Farbe, das am mittleren Knopf immer geschlossen war. Er hatte dazu passende Hosen und Schuhe an, die nicht mehr neu waren, aber bequem aussahen. Wenn er sprach und dabei gerade saß, stand er nach einigen Sätzen auf, ohne dabei die Rede zu unterbrechen, und stellte sich hinter den Stuhl, wobei er mit beiden Händen die Lehne hielt. Das ermöglichte eine größere Bewegungsfreiheit für die Beine, die einen ständigen Stellungswechsel nötig hatten. Ich erinnere mich unter anderem an UFO´s, von denen die Rede war. Aber seinerzeit war ich in solchen Dingen recht ungläubig, oder einfach mit der Materie zu wenig vertraut. Ich wurde dann an ein bestimmtes Fenster geführt, wo der genaue Verlauf des Flugobjekts nachgezeichnet wurde. Das war gestern, zwischen 19.04 und 19.07. Die Mutter hat es auch gesehen. Sie sei gerade in der Küche gewesen und ist auf sein Rufen hin über den Flur herbeigeeilt, weil sie nicht wusste, was los war. Einmal in der Woche muß man ins Dorf zum Einkaufen fahren. Das ist eine lästige und zeitraubende Notwendigkeit, weil man sich überall zu einem obligatorischen Schwätzchen herbeilassen muß. Gleichzeitig erfährt man notgedrungen, wenn auch nicht ganz unfreiwillig, wer der Vater des Kindes ist, das der Herr Pfarrer nicht hat taufen wollen. Die ländliche Bevölkerung ist entweder schwachsinnig oder niederträchtig. Man soll sich dem niederen Wahnsinn nicht mehr als unnötig aussetzen. Oben im Schloß gibt´s bloß den Himmel, und die Färbung der Luft, die sich am Abend, am Morgen, und den ganzen Tag über draußen vor den Fenstern seit mehr als wer weiß wie lange kaum merklich verändert hat. Außerdem gibt´s im Hof Hühner, 9 Stück, die können sich selber versorgen. Die Eier die sie legen, findet man auf dem Fenstersims, unterm Treppenabsatz, hinter der Kellertür oder beim Hackstock. Mit Vorliebe halten sie sich in der Einfahrt auf, wo der alte VW steht, der kaum bewegt wird. Im Sommer nämlich, wenn es sehr heiß wird, ist es angenehm kühl in der schattigen Hofeinfahrt, wo sie sich im Erdreich kleine Mulden machen, in denen sie mit hängenden Flügeln sitzen. Einmal im Jahr, zur Zeit der Sommerferien, kommt der Bruder zu Besuch, der in München ein mittelständisches Leben mit Familie führt. Die Brüder haben sich wenig zu sagen. Aber wenn man sich nur einmal im Jahr sieht, kann man auch das mit ein wenig gespielter Freude ganz gut überstehen. Die Frau aus der Stadt genießt die frische Landluft und nimmt dafür ein Mindestmaß an sanitären Einrichtungen in Kauf. Die Kinder spielen unten am Fluß oder rennen oben auf den Dachböden herum, oder sie vergnügen sich mit den Hühnern, die sie verjagen. Man ist jedes Mal froh, wenn nach zwei, drei Wochen wieder alles abgereist ist und die gewohnte Ruhe wieder einkehrt. Das Vermächtnis des glücklos gebliebenen Flugzeugbauers Onigkeit hat in der Fachwelt kaum Widerhall gefunden. Nicht lange nach dem Ableben des Pioniers, der im Alter von 80 Jahren in den Freitod ging, sind seine Papiere hier eingetroffen, zusammen mit alten Zeitungsauschnitten und den Unterlagen vom ehemaligen Deutschen Reichspatentamt. Seine Kreationen, der physischen Leibhaftigkeit vom Zug der Zeit beraubt, haben sich in den Köpfen einiger zu ungenauer Poesie verdünnt. An manchen Abenden, zur Zeit der Maiandachten, stand ein Strauß Flieder im Zimmer, dessen Duft sich mit der allmählich ausbreitenden Dunkelheit vermischte. Der größte Teil der Zeit verging, wenn man so stand, und das sonnenbeschienene Gemäuer betrachtete, oder irgend etwas in der Hand hielt, wobei man an ganz andere Dinge dachte, oder auch bloß, was demnächst notwendig zu tun war. Es gab immer viel zu tun. Spätestens vor dem ersten Frost musste der Dachstuhl im Ostflügel repariert werden. Aber der Müllner hat immer noch nicht das Bauholz gebracht, und jedesmal wenn man ihm begegnet, sagt er, daß er es gleich morgen herauf bringen will. Als die Amerikaner kamen, hat sich hier ein deutscher Offizier versteckt gehalten. Seine Uniform ist noch da, und seine Dienstpistole befindet sich seither unter dem Kopfkissen des Schlossbesitzers. Kurt Benning, 1980

Mutass kevesebbet

könyv ikon

Bővebb leírás

felfelé tartó nyíl, részletek elrejtése
Kiadó:Magánkiadás
Kiadás éve:2008
Kiadás helye:München
Kötés típusa:ragasztott papír
Terjedelem:57
Nyelv:német
Méret:Szélesség: 21.00 cm, Magasság: 29.50 cm
Kategória: Idegennyelv / Nyelvek / Német / Katalógus / Kiállítási Katalógus / Művészetek / Fotóművészet

Ajánlja ismerőseinek is!

szív ikon

Kívánságlistára teszem ezt a könyvet!

Nem támogatott böngészőt használ.

Kérjük használjon modern böngészőt például: Microsoft Edge, Safari, Google Chrome, Firefox...
Megértésüket köszönjük,
Régikönyvek.hu
Honlapunkon cookie-kat (sütiket) használunk annak érdekében, hogy olyan felhasználói élményt növelő webes szolgáltatásokat nyújtsunk, amelyek ezek nélkül nem lennének elérhetőek az Ön számára. A rendben gombbal elfogadja a sütiket. Adatvédelmi szabályzat