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Vorwort Mit der Ausstellung »Schätze der Kalifen" beschließt das Kunsthistorische Museum den diesjährigen Ausstellungszyklus, der vornehmlich dem ara- bischen Raum gewidmet ist. Nach der Sonderausstellung,,Bilder aus dem Wüstensand - Mumienportraits aus dem Ägyptischen Museum Kairo" und der Großausstellung »Jemen - Kunst und Archäologie im Land der Königin von Saba" bildet diese Ausstellung über die Kunst der Fatimi- den den krönenden Abschluß einer mittels dieser Sonderausstellungen versuchten Auseinandersetzung mit der Kunst des Orients, Ägyptens und der arabischen Welt insgesamt. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern dieser Welt verfügt Österreich selbst kaum über nennenswerte Bestände aus dem islamischen Kulturbereich, sodaß Kenntnis und Verständnis die- ser für die Entwicklung der islamischen Kultur insgesamt so bedeutsamen Erscheinungsform in Österreich bisher kaum weite Verbreitung gefunden haben. So ist es für uns eine besondere Freude, daß es gelungen ist, in nun bereits bewährtem Zusammenwirken - vor allem mit dem Ägyptischen Kulturministerium bzw. der Ägyptischen Altertümerverwaltung - eine weitere Vereinbarung zu treffen, derzufolge an die achtzig hochwertige Objekte aus dem Islamischen Museum in Kairo nach Wien verbracht werden konnten. Das Islamische Museum in Kairo, das als der bedeu- tendste Bewahrungsort islamischer Kunst gelten darf, hat sich unbüro- kratisch und mit Engagement bereiterklärt, wichtigste Objekte dieses für die islamische Kunst so bedeutsamen Schaffenszeitraumes der Fatimiden- zeit auszuleihen. Auf diese Weise ist es möglich unterstützt von zahl- reichen weiteren Leihgebern wie etwa dem Islamischen Museum der Staatlichen Museen Berlin, so gut wie sämtliche Gattungen der fati- mischen Kunst anhand eindrucksvoller Beispiele zu belegen. Der Zauber des Orients, seine in kostbarsten Elfenbeinarbeiten, Holzschnitzereien, Handschriften, Keramiken und Schmuckstücken präsentierte Vielfalt ergibt in dieser Ausstellung für jeden Betrachter ein harmonisches und von hoher Qualität gekennzeichnetes Erscheinungsbild, das geradezu her- ausfordert - und dies ist nur eine unserer Zielsetzungen, sich mit dem Phänomen des Islam und der islamischen Kunst vertieft zu befassen. Dafür bedarf es aber der Veranschaulichung, der Präsentation und der Zusammenschau der einzelnen Phänomene der islamischen Kunst, wie sie nur in einer Ausstellung verwirklicht werden können. Wer heute in Kairo, der mit rund 15 Millionen Einwohnern größten Stadt des afrikanischen Kontinents, landet, wird anfänglich kaum etwas von der großen fatimidischen Kunsttradition dieser Stadt zu finden imstande sein. Kairo - al Qâhira, die Siegreiche"- wurde diese von den von Kairuan nach Ägypten übergreifenden Fatimiden genannt, stand sie doch ganz im Zeichen des Planeten Mars, der über der Stadt zu sehen war, als die Fundamente der Stadtmauern angelegt wurden. Schon 970 wurde die auch heute noch bedeutendste Moschee der arabischen Welt, al-Azhar, gegründet, die bald zum Zentrum der islamischen Theologie wurde und es bis heute blieb. Zwischen dem Bab al-Futuh im Norden und dem Bab Zuwayla im Süden erstreckte sich Kairo damals entlang des Nils, östlich begrenzt vom Mogattam-Gebirge. Zahlreiche Paläste, prachtvolle Häuser, breite Straßen und weitere Moscheen bestimmten das Erscheinungsbild dieser Stadt, sodaß Kairo alsbald mit dem Bagdad der Abbassiden wettei- fern konnte und zum Zentrum der islamischen Kunstentwicklung wurde. Wenig ist davon erhalten geblieben, vieles ist der Stadterweiterung, den Erfordernissen einer explodierenden Bevölkerung gewichen. So sind Kunstwerke aus der Fatimidenzeit selten gesuchte Ausstellungsob- jekte, und nur mit Dankbarkeit kann man die Bereitschaft der leihge- benden Museen zur Kenntnis nehmen, sich von ihren oft wichtigsten Objekten zu trennen. Auch aus Österreich stammen bedeutende Leihga- ben, wie etwa das wohl als arabische Arbeit zu bezeichnende sogenannte Schreibzeug des heiligen Leopold aus dem Stift Klosterneuburg; es stellt wahrscheinlich überhaupt das älteste noch erhaltene Kunstkammerstück dar, das sich heute noch in Museumsbesitz befindet. Oder die beiden Oli- fanten aus dem Kunsthistorischen Museum, wahrscheinlich unter arabi- schem Einfluß entstandene unteritalienische Arbeiten aus dem 11. Jahr- hundert. Zu erwähnen ist hier natürlich auch der Krönungsmantel König Rogers II. von Sizilien, eines der wichtigsten Exponate der Weltlichen Schatzkammer des Kunsthistorischen Museums, der in dieser Ausstellung freilich nur in einer Kopie präsentiert werden kann. Die kostbaren Fläsch- chen aus Bergkristall, etwa aus der Schatzkammer der Kathedrale San Lorenzo in Florenz oder aus San Marco in Venedig, runden das pracht- volle Bild der islamischen Kunst ebenso ab wie die Elfenbeinkästchen aus Berlin, die Tapisserien aus Paris oder die Glasgefäße aus New York oder eben Kairo, das den Löwenanteil der Ausstellungsobjekte bestreitet. So bleibt mir zusammenfassend nur nochmals und mit ganz besonderer Herzlichkeit allen Beteiligten zu danken, vor allem dem Ägyptischen Ministerium für Kultur und seinem Minister Farouk Hosny, dem Gene- ralsekretär des Supreme Council of Egyptian Antiquities, Dr. Gaballah Ali Gaballah, Dr. Ahmed Nawar, dem Generaldirektor der Ägyptischen Museen und Ausstellungen, Dr. Farouk S. Asker, dem Direktor des Museums für Islamische Kunst in Kairo, Camille Cabana, dem Präsi- denten des Institut du Monde Arabe, Herrn Mohamed Bennouna, dem Generaldirektor des Institut du Monde Arabe, Herrn Brahim Alaoui, dem Abteilungsleiter für Ausstellungswesen des Institut du Monde Arabe, sowie den Leihgebern, hier stellvertretend für alle Herrn Generaldirek- tor Dr. Wolf Dieter Dube von den Staatlichen Museen Berlin und dem Direktor des Museums für Islamische Kunst der Staatlichen Museen, Herrn Dr. Volkmar Enderlein sowie natürlich meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Hause: an erster Stelle dem Leiter der Abteilung für Ausstellungswesen, Herrn Dr. Christian Hölzl, und seinen Mitar- beiterinnen, Mag. Gabriele Stöger und Mag. Marianne Hergovich, der Leiterin der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit, Mag. Annita Mader, und dem Architekten dieser Ausstellung, Herrn Gerhard Veigel. Mein Dank gebührt auch Frau Dr. Elisabeth Herrmann und Frau Karin Zeleny, die in bewährter Weise die Katalogedition betreut haben. Möge diese Ausstellung dazu beitragen, das Verständnis des Islam, des- sen Ausdruck letztlich ja die islamische Kunst ist, zu vertiefen und das friedliche und auf gegenseitigem Verständnis ruhende Nebeneinander der großen Kulturen und Religionen unserer Welt zu fördern. Daß diese Ausstellung gerade zum Zeitpunkt der österreichischen Präsidentschaft der EU durchgeführt wird, ist kein Zufall. Ging es uns doch bei dieser Ausstellung darum, einem drohenden Eurozentrismus durch den Hin- weis auf die Vielfalt, den Reichtum und die Bedeutung auch der außer- europäischen, ja vor allem der islamischen Kultur, für die europäische Tradition entgegenzutreten. Dr. Wilfried Seipel Generaldirektor des Kunsthistorischen Museums
Mutass kevesebbet
| ISBN: | 3900325925 |
|---|---|
| Kiadó: | Künstlerhaus Wien |
| Kiadás éve: | 1999 |
| Kiadás helye: | Bécs |
| Kötés típusa: | füles, kartonált |
| Terjedelem: | 256 |
| Nyelv: | német |
| Méret: | Szélesség: 25.00 cm, Magasság: 28.00 cm |
| Súly: | 1.50 kg |
| Kategória: | Vallás / Vallási Irodalom / Iszlám / Művészetek / Általános Művészettörténet / Művészetek / Festészet / Kiállítási Katalógus / Művészetek / Építészet / Épületek,építészettörténet / Művészetek / Építészet / Művészetek / Szobrászat |
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