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Das Kunsthistorische Museum präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Collegium Hungaricum im Palais Harrach die Ausstellung „Zeit des Aufbruchs. Budapest und Wien zwischen Historismus und Avantgarde" und kommt somit gerne seiner Aufgabe nach, Ort der Auseinanderset- zung mit der Kultur anderer Länder zu sein, wie dies in den vergange- nen Jahren in großen Ausstellungen bereits vielfach geschehen ist. Mit diesen Ausstellungen sollen zugleich die Beziehungen zu dem jeweiligen Land ausgebaut und gefestigt werden. Bei keiner von ihnen waren jedoch die dargestellten künstlerischen und kulturellen Verbindungen so eng diejenigen zwischen Wien und Budapest im Rahmen der österreichisch- ungarischen Monarchie. Das reiche und vielfältige Geflecht der Bezüge im Bereich der Architektur, der bildenden Kunst und des Kunsthand- werks, aber auch in Literatur, Musik und Theater und vielen Erschei- nungen des täglichen Lebens wird nicht nur anhand einer Fülle von Aus- stellungsgegenständen, sondern auch anhand eines umfangreichen Kata- logs dargelegt. wie Gewaltig war die Entwicklung, die die Künste in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und um die Jahrhundertwende zurückgelegt haben. Den Ausgangspunkt bildete der Historismus, der in den beiden Metropolen triumphierte und nicht zuletzt in Ungarn mit einem starken nationalen Selbstbewusstsein unmittelbar verknüpft war. In allen Kunstgattungen kamen Spitzenwerke zustande, die heute noch im Stadtbild von Wien und Budapest und in den Museen höchst präsent sind. Hans Makart und Mihály von Munkacsy feierten Erfolge; die Wandgemälde des Ungari- schen Nationalmuseums bilden einen Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt. Die Wiener Weltausstellung des Jahres 1873, auf der Ungarn das erste Mal in einer eigenen Sektion vertreten war, bot die ideale Gele- genheit, nicht nur auf künstlerische, sondern auch auf industrielle und agrarökonomische Ergebnisse hinzuweisen. Die künstlerische Entwick- lung schritt freilich voran und führte in Wien und Budapest zu einer Fülle von Strömungen, die, ausgehend vom Historismus beziehungsweise in ganz bewußter Ablehnung der traditionellen akademischen Lehren, eine faszinierende Aufbruchsstimmung widerspiegeln. Gruppen wie die Kéve oder die Künstlerkolonie von Gödöllő, die Secession und der Hagen- bund sind berühmt geworden. Ein Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf den Gemälden, die in ihrer unmittelbaren Auseinandersetzung mit dem Naturvorbild eine Augenweide sind, darunter Werke von August von Pet- tenkofen und Tina Blau, Emil Jakob Schindler, Eugen Jettel und Theo- dor von Hörmann. Der Bogen spannt sich bis zu den avantgardistischen Bestrebungen in der ungarischen Kunst der zwanziger Jahre des 20. Jahr- hunderts und der Wiener Avantgarde in Budapest. Eine Gruppe höchst prominenter Künstler wie Oskar Kokoschka, Egon Schiele, Albert Paris Gütersloh, Anton Kolig und Max Oppenheimer repräsentiert in der Aus- stellung neue künstlerische Ansatzpunkte. Vielen Institutionen und Personen habe ich zu danken, die diese Aus- stellung ermöglicht haben, allen voran Herrn Univ.-Prof. Dr. Károly Csúri, dem Direktor des Collegium Hungaricum in Wien, und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Ihm danke ich besonders für die fruchtbare und erfreuliche Zusammenarbeit. Frau Dr. Földi-Dózsa hat in einer gewaltigen Kraftanstrengung neben ihren vielfältigen anderen Verpflichtungen das Konzept der Ausstellung und des Katalogs erarbeitet, wofür ich ihr meinen Dank ausspreche. Mein Dank gilt aber natur- gemäß auch den vielen Leihgebern in Ungarn und in Österreich, die in ihrer großzügigen Bereitschaft, wertvolle Objekte aus ihrem Besitz zur Verfügung zu stellen, die Möglichkeit geschaffen haben, das Thema in einer bis dahin in Wien noch nie dagewesenen Ausführlichkeit zu prä- sentieren. Unter den Mitarbeitern des Kunsthistorischen Museums danke ich vor allem Herrn Dr. Christian Hölzl, dem Leiter der Abteilung Aus- stellungswesen, und Frau Mag. Marianne Hergovich, die innerhalb von kürzester Zeit die organisatorischen Vorarbeiten bewältigt haben. Auch danke ich Frau Mag. Annita Mader und ihren Mitarbeiterinnen für die Öffentlichkeitsarbeit und Frau Dr. Elisabeth Herrmann für die Vorbe- reitung des Katalogs. Ebenso gilt mein Dank Herrn Gerhard Veigel, dem Architekten der Ausstellung. Europa wächst zusammen, und Ungarn wird demnächst dieser großen Gemeinschaft angehören. So möge diese Ausstellung dazu dienen, durch die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit die Gegenwart eher zu verstehen und die Zukunft besser gestalten zu können. Prof. Dr. Wilfried Seipel Generaldirektor des Kunsthistorischen Museums
Mutass kevesebbet
| ISBN: | 9783854970538 |
|---|---|
| Kiadó: | Kunsthistorisches Museum |
| Kiadás éve: | 2003 |
| Kiadás helye: | Bécs |
| Kötés típusa: | füles, kartonált |
| Terjedelem: | 539 |
| Nyelv: | német |
| Méret: | Szélesség: 24.50 cm, Magasság: 28.00 cm |
| Súly: | 2.90 kg |
| Kategória: | Művészetek / Festészet / Művészetek / Festészet / Korszakok, Stílusok / Művészetek / Festészet / Kiállítási Katalógus |
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